Hohe Zahl der Pendler ist Armutszeugnis

03. August 2017  Presseerklärungen
Pendler

Presseerklärung von „Linke & Piraten – Fraktion im Heidelberger Gemeinderat“, 03. August 2017.

Die hohe Zahl an Pendlern ist für Heidelberg ein Armutszeugnis, kritisiert die Fraktionsgemeinschaft DIE LINKE/PIRATEN bezüglich einer neuen Studie des Bonner Instituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Demnach wohnen 69 Prozent der Menschen, die in Heidelberg arbeiten, nicht in der Stadt. Gemeinsam mit Ludwigshafen ist Heidelberg bundesweit Pendlerhauptstadt, bezogen auf die Zahl der Beschäftigten. Auch die Pendelentfernungen werden immer länger.

„Die großen Pendlerströme verursachen kaum zu bewältigende Verkehrsströme und psychische Belastungen für die Betroffenen“, so Fraktionschefin Sahra Mirow. „Die Folgen sind steigende Mieten und eine wachsende Wohnungsnot in Heidelberg. Sie sind Ergebnis einer Politik, die den Schwerpunkt auf Wirtschaftsförderung setzt und soziale und ökologische Aspekte nicht ausreichend berücksichtigt“, so Mirow weiter.

Laut dem Bonner Bundesinstitut zählen zu den Hauptgründen auch die hohen Miet- und Immobilienpreise. Daher müsse die Schaffung preiswerten Wohnraums Priorität haben, so Stadtrat Bernd Zieger. „Wir setzen uns auf der größten Konversionsfläche, dem „Patrick-Henry-Village“, für eine überwiegende Nutzung als Wohnfläche ein. Anstelle der von der Stadt vorgeschlagenen Aufteilung zwischen Wohnfläche und Gewerbefläche von 40 Hektar zu 40 Hektar schlagen wir eine Aufteilung 60 Hektar zu 20 Hektar zugunsten der Wohnflächen vor“, so Zieger weiter.

Auf der Konversionsfläche „Mark-Twain-Village“ werden 40 Prozent der Wohnungen Kaltmieten von unter 8 € pro Quadratmeter angeboten werden, ein Teil davon sogar unter 5,50 € pro Quadratmeter. „Wir betrachten dies durchaus als Modell für andere Neubaugebiete“, ergänzt Stadtrat Alex Schestag.


Ein Kommentar zu „Hohe Zahl der Pendler ist Armutszeugnis”

  • Niklas Endler sagt:

    Auf den Punkt gebracht. Heidelberg sollte nicht die Pendlerhauptstadt Deutschlands sein, ich selbst bin oft in Heidelberg und bemerke, dass viele Leute dort keine Wohnung finden. Sehr viele Wohnungen in Heidelberg stehen leer, daher sind auch Investitionen in weiteren Wohnungsausbau, wie sie FDP und AfD fordern, kontraproduktiv. Es gibt in Deutschland viel zu viele leerstehende, vor sich hinschimmelnde Abrissbuden, die immer noch nicht renoviert wurden. Vor allem Migranten brauchen Wohnraum, doch bittte keine neugebauten Häuser. Die Bundesrepublik muss vor allem bei der Wohnungsverteilung effizienter werden. In der DDR hat das funktioniert!!!

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