Offener Brief an Integrationsbürgermeister Wolfgang Erichson

Sehr geehrter Herr Erichson, 

mit Befremden habe ich heute Ihr Interview in der RNZ gelesen. Sie unterstellten uns auf der „linken Seite des Gemeinderates“ „fremdeln“ oder sogar „mangelnden Respekt“, da von uns niemand beim Holocaust-Gedenktag anwesend sein konnte. Mir ist bewusst, dass dieses Jahr zum ersten Mal die Opfergruppe der Homosexuellen im Fokus stand und wir haben als Fraktion hin und her überlegt, wie wir eine Anwesenheit doch noch realisieren könnten, leider war es uns nicht möglich. Allerdings waren Vertreter*innen der LINKE Heidelberg und des Studierendenverbandes SDS vor Ort.

Ich finde Ihre Aussagen aber insbesondere deswegen schwierig, weil Sie um mein Engagement beim jährlichen Christopher Street Day und beim Runden Tisch Sexuelle Vielfalt der Stadt Heidelberg wissen. Mir also zu unterstellen, ich würde scheinbar mit dem Thema „irgendwie fremdeln“, lässt mich staunend zurück. Bevor solche folgenschweren Aussagen getätigt werden, biete ich Ihnen für die Zukunft gerne ein klärendes Gespräch an.

Dieser Brief wird als offener Brief auch an die Presse gehen.

Mit freundlichen Grüßen

Sahra Mirow (Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE/PIRATEN im Stadtrat Heidelberg)

Das Interview im Wortlaut: https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-heidelberg-darum-ging-es-beim-holocaust-gedenken-um-homosexuelle-_arid,416632.html

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