Scharfe Kritik an Bürgermeister Erichson

„Wir stellen uns vehement gegen die Aussagen, die von Bürgermeister Wolfgang Erichson getroffen wurden“, stellt Bernd Zieger, LINKER Stadtrat, klar. „Wir können nur unseren Kopf dazu schütteln, dass diese Aussagen während der Runde mit den Gastronom:innen von keiner anderen Person der Verwaltung zurückgewiesen wurden. Ein riesiges Dankeschön jedoch an unsere Gastronom:innen und unseren Nachtbürgermeister Jimmy Kneipp, die auf diese Aussagen sofort reagiert haben.“Wenn 99% der Randalierer:innen Deutsche mit Migrationsgeschichte waren, dann möchten wir die Zahlen sehen, die dies beweisen. Wenn 99% der Randalier:innen Deutsche mit Migrationsgeschichte waren, dann wollen wir wissen wie diese definiert wird; müssen wir etwa wieder über Stammbaumforschung wie zu Zeiten der Randale in Stuttgart diskutieren? Das ist doch abstrus. Kollegin Zara Dilan Kızıltaş kritisiert: „Die Verwaltung weigert sich, das Gewicht einer solchen Aussage anzuerkennen. Doch wir, die Rassismus erfahren; die tagtäglich in antirassistischen Bewegungen Rassismus bekämpfen, wissen, was solche Aussagen bewirken. Sie bestärken den strukturellen Rassismus, den BPoC jeden Tag erleben müssen.“Wir können uns doch als Stadt nicht immer wieder darauf berufen, wie vielfältig wir sind, aber dann erlauben, dass Vertreter*innen der Stadt solche Aussagen treffen und den Nährboden für Hetze legen.“Als eine der wenigen PoCs im Heidelberger Stadtrat weigere ich mich, solche Aussagen von unserem grünen Kulturdezernenten wortlos stehenzulassen und hinzunehmen“, so Kızıltaş weiter.Wir als Fraktion DIE LINKE fordern, dass auf die Geschehnisse eine angemessene Reaktion folgt. Eine Reaktion, die Verantwortung übernimmt, eigenes falsches Handeln reflektiert und dieses aufarbeitet. Stattdessen werden die Geschehnisse momentan geleugnet und mit der Vita Wolfgang Erichsons versucht zu übertünchen, was einfach nicht hinnehmbar ist. „Von mehreren Seiten wurde die Stadt wiederholt aufgefordert, die Problematik auf der Neckarwiese produktiv und nachhaltig anzugehen. Dies geschieht nicht, indem versucht wird, die Verantwortlichkeit bei einer gesamten Bevölkerungsgruppe zu suchen – was nicht nur von Grund auf falsch und verwerflich, sondern komplett irrelevant ist“ argumentiert Fraktionsvorsitzende Sahra Mirow. „Und vor allem können wir nicht mit pauschalen Verboten und Kollektivstrafen versuchen ein Problem zu lösen, das so viel tiefer liegt.“

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