Stellungnahme zur aktuellen Diskussion um die Windkraft im Wald am Weißen Stein
Der Ortsverband Dossenheim der Partei DIE LINKE begrüßt ausdrücklich den interkommunalen Entscheidungsfindungsprozess der Gemeinde Dossenheim und der Stadt Schriesheim zur Windkraft am Weißen Stein. Jede Form der Energieerzeugung, sei es der Bau einer Windenergieanlage oder eines Wasserkraftwerks, erst recht der Bau eines Kohlekraftwerks oder eines Atomkraftwerks, ja jede Infrastrukturmaßnahme ist mit Eingriffen in die Natur und in die Umwelt verbunden. Daher kommen wir nicht umhin, Vor- und Nachteile im komplexen System Umwelt und Natur abzuwägen und schließlich Entscheidungen zu treffen – so auch hier bei der Frage nach Windkraftanlagen im Wald am Weißen Stein. Bei dieser Güterabwägung sollten wir uns von Fakten leiten lassen und nicht von Emotionen.
Wie bereits von anderen Organisationen gefordert, halten auch wir Gutachten zu den Auswirkungen des Baus von Windkraftanlagen am Weißen Stein für notwendig. Es müssen die Auswirkungen zum einen auf die Natur und zum anderen auf den Menschen geprüft werden. So ist für uns eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) des Vorhabens, wie sie von den Naturschutzverbänden angemahnt wird, unabdingbar.
Basierend auf den Ergebnissen der Gutachten kann schließlich die Entscheidung getroffen werden, ob Windkraftanlagen überhaupt und wenn ja, wie und in welchem Umfang gebaut werden können. Die Gutachten werden uns überdies helfen, im Fall einer Entscheidung für Windkraftanlagen die genauen Standorte der einzelnen Windräder festzulegen und über geeignete Ausgleichs- und Anpassungsmaßnahmen zu beraten. Schon heute bekannte Maßnahmen und technische Lösungen, die die Auswirkungen des Baus von Windkraftanlagen auf die Natur und den Menschen minimieren, sollten unbedingt – auch bei höheren Kosten – umgesetzt werden.
Im Fall einer endgültigen Entscheidung, Windräder am Weißen Stein zu bauen, ist uns die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung bei deren Finanzierung, z. B. in Form einer Bürgerenergiegenossenschaft, überaus wichtig.
Die Gewinne aus dem Betrieb der Windkraftanlagen sollten zu einem großen Teil, idealerweise vollständig, ins Gemeinwohl fließen, z. B. in die Haushalte der Gemeinden, in Natur-, Artenschutz-, Umwelt- und Klimaschutzprojekte vor Ort oder auch in Bildungsprojekte.
Eure Linke Dossenheim
