Zusammen für unsere Gesellschaft
Liebe Dossenheimerinnen und Dossenheimer,
in wenigen Wochen wird in Sachsen, Thüringen und Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. In allen drei Bundesländern ist derzeit die AfD in Umfragen stärkste Kraft und eine Regierungsbildung ohne sie könnte nur schwer möglich sein. In der Stadt Raguhn-Jeßnitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld regiert seit sechs Monaten der erste hauptamtliche Bürgermeister der AfD; letztes Jahr hat sie im thüringischen Kreis Sonneberg unter ihrem Vorsitzenden, dem Faschisten Björn Höcke, den ersten Landratsposten gewonnen, und das, obwohl die Partei in beiden Ländern als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde. Sogar in unserer Schwestergemeinde Schriesheim sitzt seit 2019 ein Vertreter der AfD mit im Gemeinderat. Wirklich froh können wir also sein, dass die Welt diesbezüglich hier in Dossene noch in Ordnung ist! Bislang haben rechtsextremistische Positionen es schwer, in unserer schönen Gemeinde Fuß zu fassen und wir können stolz darauf sein. Sorgen wir dafür, dass es so bleibt! „Nie wieder ist jetzt!“ Unter diesem Motto gingen Anfang des Jahres, nach einem bekannt geworden Treffen von Politikern der AfD, rechten und rechtsextremen Gruppierungen, die die millionenfache Abschiebung von Menschen aus Deutschland planten, Millionen Menschen auf die Straße, um ein Zeichen für Demokratie und Vielfalt zu setzen. Es waren so viele, wie seit dem Mauerfall nicht mehr. Ein Zeichen der Hoffnung, in Zeiten geringer Wahlbeteiligung und allgemeiner Politikverdrossenheit. Das Wort Widerstand, vormals eher verbunden mit Erinnerungskultur, ist leider wieder aktuell. Jede und jeder kann in ihrem und seinem Wirkungskreis in der Familie, im Freundeskreis, der Nachbarschaft oder im Verein Widerstand leisten und in Gesprächen dagegenhalten, wenn rechtsextremistisches oder illiberales Gedankengut vertreten wird, oder sich einmischen, wenn sie oder er im öffentlichen Raum Diskriminierung beobachtet. Schon diese kleinen Kämpfe im Privaten verhindern, dass die Grenze des Sagbaren immer weiter nach rechts verschoben wird und rechtsextremistische, illiberale Äußerungen immer salonfähiger werden. Und, um das mal hier einmal ganz offen auszusprechen: hier bei uns erfordert eine solche Positionierung deutlich weniger Mut, als in Thüringen oder Sachsen. Eine lebendige Zivilgesellschaft, in der sich viele zum Wohle aller einbringen, wie das hier vor Ort in Dossene zweifelsohne der Fall ist, ist die beste Vorbereitung auf eine mögliche AfD-Regierungsbeteiligung auf Bundesebene und diese rückt leider immer weiter in den Bereich des Möglichen. Es gilt nun, unsere zahlreichen Initiativen und Vereine zu stärken und zu beleben, und uns weiter zu vernetzen. Der TSG-Dossenheim beispielsweise, sucht immer wieder Freiwillige für das unschätzbar wertvolle Kindersportangebot, ebenso wie die Lesepaten der Bücherei, die mit ihrem Engagement sicherlich schon vielen Kindern Lust auf Bücher gemacht haben, und viele mehr. Auch wer wenig Zeit hat, kann über Spenden oder noch besser eine Mitgliedschaft unsere Dossemer Vereine und Initiativen unterstützen. Wir als die Linke engagieren uns im Bündnis „keinen Schritt nach rechts“ in Heidelberg und unser Gemeinderat Justus Heine ist in der Initiative „Gemeinsam für Demokratie“ in Schriesheim aktiv. Wer sich hier ebenfalls engagieren will, ist herzlich willkommen! Aber auch unsere Dossenheimer Gruppen selbst sind gefragt, sich klar zu positionieren, beispielsweise über eine Formulierung im Mitgliedsantrag. Sie betreiben mit ihrem Engagement ohnehin mehr oder weniger bewusst Demokratieförderung. Warum nicht einmal intern darüber diskutieren, welches Selbstverständnis man dazu in der Gruppe hat?
Liebe Dossenheimer und Dossenheimerinnen, bringen wir uns ein, erhalten und verteidigen wir unsere Freiheit, unsere Vielfalt und schützen wir unsere Demokratie!
Ihre Dossemer Linke
Dankbar sind wir daher umso mehr für das Engagement des Hauses der Musik Dossenheim für die Organisation vom Rock im Bruch. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht!
