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Linke fordern: Wohnraum zurückgewinnen, Mieten deckeln

Die Linke Schriesheim-Hirschberg

Rund 30 Menschen folgten am 14. Februar 2026 der Einladung der Linken Schriesheim-Hirschberg, um über eine der drängendsten Fragen der Region zu diskutieren: Wer kann sich das Wohnen in Schriesheim überhaupt noch leisten? In der Mehrzweckhalle diskutierten die Linken-Politiker:innen Justus Heine, Kim-Sophie Bohnen und Sahra Mirow vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg mit Interessierten aus Schriesheim und den umliegenden Gemeinden.

„Mieten im Neubau kann sich die Kassiererin aus Schriesheim nicht leisten“

In ihrer Einführung zum Thema zeigten die Schriesheimer Ortsvorstände Karla Heister-Aceituno und Christopher Till die soziale Schieflage in der Stadt deutlich auf. Schriesheim ist mit seiner Lage an der Bergstraße, guter Verkehrsanbindung und lebendiger Stadtkultur attraktiv – doch für viele kaum bezahlbar. Anhand eines Beispiels wurde das Problem greifbar: Eine alleinerziehende Mutter mit 1.600 bis 2.000 Euro netto muss für eine durchschnittliche Wohnung inzwischen 1.050 bis 1.350 Euro im Monat zahlen. „Da bleibt kaum Geld zum Leben – und oft bleibt nur der Wegzug,“ so das Fazit. Die Linke machte klar:Das ist sozial ungerecht. Und ohne eine soziale Wohnungspolitik droht Schriesheim, an Vielfalt und Lebendigkeit zu verlieren.

Justus Heine, Direktkandidat zur Landtagswahl im Wahlkreis Weinheim, kritisierte in seinem Beitrag die Vorstellung, Neubaugebiete würden automatisch zu bezahlbarem Wohnraum führen. Mit Blick auf das Neubaugebiet in Hirschberg sagte er: „Die Mieten im Neubau kann sich die Kassiererin aus Schriesheim mit Sicherheit nicht leisten.“ Stattdessen brauche es entschlossene Maßnahmen, um bestehenden Wohnraum zu nutzen: „In Dossenheim haben wir es geschafft, dass der Leerstand systemisch erfasst wird – auch mit Unterstützung der anderen Parteien. Das bringt mehr, als auf der grünen Wiese immer weiter zu bauen.“

Linke in den Landtag – für eine neue Initiative zum bundesweiten Mietendeckel

Kim-Sophie Bohnen stellte heraus, welche Hebel eine starke Linke im Landtag von Baden-Württemberg hätte. „Über eine Bundesratsinitiative können wir einen bundesweiten Mietendeckel auf den Weg bringen. Das ist der entscheidende Schritt, um Mieten endlich zu deckeln“, betonte die Spitzenkandidatin der Linken zur Landtagswahl 2026.

Die zentrale Frage, wie bezahlbarer Wohnraum entstehen kann, beantwortete Sahra Mirow mit einem klaren Plädoyer für eine starke öffentliche Hand. „Die öffentliche Hand hat im Vergleich zu privaten Unternehmen ganz andere Möglichkeiten. Sie kann Kredite über 50 statt 20 Jahre strecken und muss keine Gewinne für Anteilseigner erwirtschaften. So kommen wir zu Quadratmeterpreisen von 10 oder 12 Euro – statt 17 Euro und mehr.“ Der immer wieder geforderte Bürokratieabbau sei hingegen kein Garant für mehr bezahlbaren Wohnraum. Mirow stellte klar: „Ich bin kein Fan vom Bauturbo. Dass Auflagen wegfallen führt am Ende dazu, dass die, die es sich ohnehin leisten können, Einfamilienhäuser auf der grünen Wiese bauen.“

Viel Zuspruch – doch Gesprächsbedarf bleibt

Vertretende anderer Parteien nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil, was zu einer lebendigen Diskussion führte. Die geplante Stunde verging schnell, der Gesprächsbedarf jedoch nicht: Nach einer kurzen Pause tauschten sich viele Gäste mit den Redner:innen im Saal weiter aus. Der Ortsverband Schriesheim-Hirschberg freute sich indes nicht nur über neue Kontakte, sondern sogar frische Eintritte in die Partei.

Florian Deckert, Mitglied des Ortsvorstands, zog ein positives Fazit: „Dass sich trotz Fasching und Valentinstag so viele Menschen bei uns eingefunden haben, zeigt, wie sehr das Thema Wohnen brennt. Gerade an der Bergstraße wird die Schere zwischen Arm und Reich besonders sichtbar. Deshalb werden wir als Linke weiter Druck machen und nach Lösungen suchen – hier vor Ort, genauso wie im Landtag und im Bundestag.“

Weiter geht es direkt diese Woche bei den Genoss:innen in der Nachbargemeinde Dossenheim. Am 19.02.26 diskutieren Justus Heine und Sahra Mirow hier mit der Bundestagsabgeordneten Katalin Glennburg unter dem Motto „Wohnen mit Links – Alternativen zu Mietwucher und Wohnungsknappheit“. Los geht es um 18:30 Uhr im Museumsscheuer.

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