Warum wir das geplante Neubaugebiet Rennäcker in Hirschberg-Leutershausen ablehnen

Die Linke Schriesheim-Hirschberg

Der Ortsverband Schriesheim-Hirschberg der Partei Die Linke lehnt das geplante Neubaugebiet Rennäcker in seiner jetzigen Form ab und ruft dazu auf, beim Bürgerentscheid am 30. November 2025 mit Ja zu stimmen.

Stadtentwicklung funktioniert nur mit echter Beteiligung

Ein Projekt, das das Ortsbild über Jahrzehnte prägen wird, braucht ehrliche und umfassende Bürgerbeteiligung – und die hat bislang gefehlt. Sowohl das Ergebnis des Bürgerbegehrens als auch die hitzige Debatte um das Neubaugebiet zeigen deutlich, dass viele Menschen sich bisher nicht ausreichend einbezogen fühlen. Als Linke wollen wir, dass Stadtentwicklung auf einer breiten, demokratischen Basis steht. Darum setzen wir uns für echte Beteiligungsformate ein, die die Menschen in Hirschberg von Anfang an abholen, ihre Vorstellungen und Ideen einbeziehen und sie somit aktiv an der Planung beteiligen. Denn mit einem Neubaugebiet, das bereits vor dem ersten Spatenstich die Gemeinde spaltet, ist der Stadtgemeinschaft in keinem Falle geholfen.

Innenentwicklung statt Flächenversiegelung

Die Kosten für das Wohnen – sei es durch Mieten oder den für viele immer unrealistischeren Wunsch eines Eigenheims – müssen sinken. Das ist für die Linke ein zentrales Anliegen und die Schaffung von neuem Wohnraum ist dafür unerlässlich. Die erste Maßnahme sollte in diesem Zusammenhang jedoch sein, die 223 leerstehenden Häuser und Wohnungen sowie 137 Baulücken in der Gemeinde zu nutzen. Unsere Nachbargemeinde Dossenheim hat es vorgemacht: Dort wurde fraktionsübergreifend eine Wohnraumpotenzial-Erfassung beschlossen, um gezielt gegen Leerstand vorzugehen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. So etwas brauchen wir auch in Hirschberg – damit die vorhandenen Gebäude endlich wieder das werden, was sie sein sollen: Wohnraum für Menschen.

Hirschberg lebendig halten

Zunehmender Leerstand im Stadtbild darf hingegen kein Zustand sein, an den wir uns einfach gewöhnen. Bei unseren Haustürgesprächen im Frühjahr 2025 haben wir von den Menschen in Hirschberg erfahren: Viele wünschen sich lebendigere Ortsmitten mit Treffpunkten und Angeboten für Jung und Alt. Ein riesiges Neubaugebiet am Rand von Hirschberg würde genau das Gegenteil bewirken: Es zieht Leben und Infrastruktur aus dem Zentrum ab und lässt den Ortskern veröden – für niemanden ein Gewinn. Weder für die Menschen, die bereits in Hirschberg leben, noch für jene, die in das Neubaugebiet Rennäcker zu uns ziehen sollen.

Deshalb setzen wir auf langfristig tragfähige Lösungen: KonsequenteInnenentwicklung als Priorität, aktive Bürgerbeteiligung als Chance und sozial gerechte Wohnpolitik statt großflächiger Bebauung auf der grünen Wiese. All das braucht Zeit, Geld und politischen Willen – aber das muss es uns wert sein. Denn nur so bleibt Hirschberg lebendig, sozial gerecht und ökologisch verantwortlich.

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